SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG: Unsere Spekulation ging mit +52% trotz schwacher Zahlen auf
Analyst: Matthias Wahler
Der Anbieter von Bestell- und Prognosesoftware für Handelsunternehmen meldete zuletzt enttäuschende Zahlen. Statt der erhofften Zuwächse reduzierten sich die Umsätze im Geschäftsjahr 2010 infolge des schwachen Lizenzgeschäfts um 6 Prozent auf 15,6 Mio. Euro. Das Wartungs- und Dienstleistungsgeschäft hat dank der engen Zusammenarbeit mit dem Großaktionär SAP zwar zugelegt, was die Lücke aber nur teilweise schließen konnte.
Auch der Jahresüberschuss blieb mit 1,4 (Vj. 0,7) Mio. Euro weit hinter unseren Erwartungen zurück. Der deutliche Anstieg resultierte lediglich aus dem Wegfall der außerordentlichen Kosten, die im Vorjahr im Zuge der Übernahme durch SAP entstanden sind. Eine Enttäuschung ist ebenfalls der komplette Dividendenverzicht. Angesichts der überaus soliden Bilanzstrukturen wäre eine Ausschüttung problemlos möglich gewesen.
Im ersten Quartal 2011 setzte sich der rückläufige Trend fort. Der Umsatz verlor weitere 16 Prozent auf 3,1 Mio. Euro und das Ergebnis rutschte sogar mit 0,4 Mio. Euro ins Minus. Zwar konnten mit der Schweizer Supermarktkette Coop und der niederländischen Filialkette Jan Linders zwei große neue Kunden gewonnen werden. Umsätze daraus werden aber erst im weiteren Jahresverlauf erzielt werden können.
Die Schweizer Gesellschaft hat unsere Erwartungen also bei weitem verfehlt – und dennoch können Sie sich seit unserer Empfehlung im Januar 2010 über einen Kursgewinn von satten 52 Prozent freuen. Völlig überraschend kommt dies allerdings nicht. Schon damals haben wir darauf hingewiesen, dass die SAP AG, die damals rund 70 Prozent der Anteile hielt, ihre Beteiligung früher oder später weiter aufstocken wird. Nachdem der Kurs damals nur knapp über dem freiwilligen Übernahmeangebot von 11,50 Euro notierte, schien dies eine interessante Spekulation ohne größeres Risiko – die nun aufgegangen ist!
Im März 2011 meldete der Software-Riese, dass er jetzt eine Beteiligung von 93,07 Prozent an dem Schweizer Unternehmen hält, indem ein Paket von insgesamt 1,228 Millionen Aktien (ein Anteil von 22,17%) von der Scherzer & Co. AG und anderen Investoren gebündelt übernommen wurde. Dies nährt Spekulationen, dass in absehbarer Zeit ein Squeeze-Out anstehen könnte, weshalb die SAF-Aktie noch einmal kräftig anzog.
Natürlich ist es wahrscheinlich, dass die verbliebenen Aktionäre in Bälde abgefunden werden. Angesichts des unbefriedigenden Geschäftsverlaufs sehen wir das Kurspotenzial vom erreichten hohen Niveau aus aber dennoch als sehr begrenzt an. Nehmen Sie Ihren satten Gewinn von 52 Prozent daher lieber mit – es gibt deutlich interessantere Investments.
SAF Simulation, Analysis and Forecasting AG, ISIN CH0024848738
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Hoch/Tief 52 W. |
Aktienzahl |
Börsenwert |
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18,50/12,20 € |
5.538.650 |
98,0 Mio. € |
Empfehlung: VERKAUFEN
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Kurs 13.06.2011 |
Potenzial |
Risiko |
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17,70 € |
n.a. |
mittel |