Renk AG: Der Auftragsbestand ist auf stolze 600 Mio. Euro angewachsen

Analyst: Matthias Wahler

 

 

Auch die Renk-Aktie blieb von den Börsenturbulenzen der letzten Monate nicht verschont. Die Einbußen halten sich mit etwa 15 Prozent jedoch in Grenzen. Noch niedrigere Kurse wären auch kaum verständlich gewesen, da das Geschäft des Getriebespezialisten planmäßig positiv verläuft. Der Auftragseingang sank im ersten Halbjahr 2011 zwar um 26 Prozent auf 262 Mio. Euro. Es war allerdings absehbar, dass der durch den Großauftrag für den Schützenpanzer PUMA beeinflusste Vorjahreswert nicht erreicht werden kann.

 

Der Auftragsbestand wuchs hingegen um 15 Prozent auf stolze 600 Mio. Euro weiter an. Da der überwiegende Teil der Aufträge Liefertermine für 2012 und später aufweist, ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten dennoch um 5 Prozent auf 179 Mio. Euro zurück. Das Ergebnis blieb dank der Anstrengungen zur besseren Auslastung der Kapazitäten mit 17,5 Mio. Euro aber trotzdem stabil. Pro Aktie wurden 2,58 (Vj. 2,51) Euro verdient.

 

Ein großes Thema war bei Renk schon in den vergangenen Jahren immer die hohe Liquidität. In der ersten Jahreshälfte schwoll der Nettocashbestand gegenüber dem Stand von 99 Mio. Euro Ende 2010 nochmals rasant an auf 112 Mio. Euro – obwohl im April noch 12,5 Mio. Euro für die Dividendenzahlung abgeflossen sind. Zum Anstieg trugen allerdings auch höhere Anzahlungen bei.

 

Trotz der vollen Kasse ist nicht mit einer wesentlichen Anhebung der Dividende von zuletzt 1,80 Euro zu rechnen. Der Fokus liegt in den nächsten Jahren nämlich auf dem Ausbau und der Absicherung der Technologie- und Marktführerschaft bei Panzergetrieben, Gleitlagern und Navy-Getrieben und der weiteren Internationalisierung, um der Forderung nach „Local Content“ Rechnung zu tragen. Vor allem die BRIC-Staaten hat der Vorstand im Auge, hier könnte zeitnah eine Akquisition stattfinden. Anfang 2011 stärkte Renk bereits die Präsenz in China mit der Eröffnung eines Montage- und Distributionszentrums auf dem Gelände von MAN Diesel & Turbo in Changzhou.

 

Langfristig betrachtet ist der Geschäftsausbau sicherlich sinnvoller als eine etwas höhere Dividende. Die positiven Auswirkungen werden aber erst in einigen Jahren zu spüren sein. Gleichwohl soll der Auftragseingang schon in 2011 auch ohne Großauftrag erneut die Marke von 500 Mio. Euro überschreiten. Der Umsatz wird planmäßig unter dem Vorjahreswert liegen. Beim Ergebnis erwarten wir nach dem Erfolg in der ersten Jahreshälfte dennoch einen kleinen Zuwachs auf etwa 5,80 Euro je Aktie.

 

Mit einem KGV von 11 ist Renk damit schon heute attraktiv bewertet. Und 2012 ist mit der sukzessiven Abwicklung des Auftragsbestandes bekanntlich ein Gewinnsprung zu erwarten, womit das KGV klar einstellig wird. Bleiben Sie also unbedingt engagiert oder kaufen Sie zu.

 

 

Renk AG, ISIN DE0007850000

Hoch/Tief 52 W.

Aktienzahl

Börsenwert

76,50/56,65 €

7.000.000

441,0 Mio. €

 

 

Empfehlung: KAUFEN

Kurs 17.10.2011

Potenzial

Risiko

63,00 €

80,00 €

gering