Hängen Sie den DAX im Rückwärtsgang ab!
Liebe Leser,
eigentlich könnte ich heute „den Guttenberg machen“ und an diese Stelle einfach mein Editorial der letzten Ausgabe reinkopieren. Denn die Lage ist immer noch dieselbe – nur ein wenig schlechter: Mussten wir im letzten Monat über 16,7% Minus beim DAX gegenüber der August-Ausgabe berichten, addieren sich hierzu nun weitere 15,8% Verlust. Zum Glück für Sie setzt sich aber auch ein anderer Trend fort.
Mit 7,98% Minus erneut deutlich besser als die 15,8% Verlust im DAX
Denn unsere Qualitätsauswahl hat sich einmal mehr bewährt: Nur drei der 20 Werte, die wir in der letzten Ausgabe des nebeneffectenBrief besprochen haben, verloren mehr als der DAX. Und im Durchschnitt schnitten sie mit minus 7,98% gegenüber einem Einbruch von 15,8% beim DAX sehr respektabel ab. Unsere Neuvorstellungen verfehlten mit einem Mini-Verlust von durchschnittlich 1,5% (und auch die waren nur stichtagsbedingt!) sogar nur hauchdünn die Gewinnzone.
Ähnlich sieht es bei unseren „Top 5“-Titeln aus: Ein Depot aus allen Aktien, die wir in den Jahren 2009 bis 2011 in die jeweiligen „5 besten Nebenwerte“ aufnahmen, hielt sich in den letzten vier Wochen mit minus 8,2% ebenfalls wacker. Das ist umso beeindruckender, als wir den DAX und sämtliche Nebenwerte-Indizes mit denselben Papieren auch im Aufschwung deutlich outperformt haben.
„Hätt’ ich und wenn ich ...“
Mancher Anleger wird nun einwenden: „Wäre es nicht noch besser gewesen, ich hätte im Juli alles verkauft? Dann könnte ich jetzt neu einsteigen.“ Darauf antwortet mein Kollege stets mit einem alten Börsensprichwort: „Hätt’ ich und wenn ich sind die reichsten Leute an der Börse“ – oder anders ausgedrückt, hinterher ist man immer schlauer. Schließlich ist die Staatsschuldenkrise eigentlich ein alter Hut. Und auch, dass sich die Konjunktur irgendwann abkühlen würde, war ja vorherzusehen.
Warum die Börse gerade jetzt so heftig darauf reagiert, kann daher niemand konkret erklären – angesichts des faktischen Ausfalls von Staatsanleihen als „sicherer Hafen“ hätte sich ebensogut eine Flucht in Aktien, die als Beteiligungen an Unternehmen ja letztlich Sachwerte sind, begründen lassen. Wann und in welchem Ausmaß ein Kurseinbruch auf breiter Front kommt, lässt sich eben unmöglich vorhersagen. Wer aber zu früh aussteigt, dem entgehen die größten Gewinne.
Wer Qualitätsaktien durchgängig hält, dem sind Schwankungen egal
Natürlich können Sie das Unmögliche trotzdem versuchen. Zahllose Studien zeigen aber, dass es insbesondere Privatanlegern nicht gelingt, das richtige Timing zu erwischen. Die beste Möglichkeit, den Markt zuverlässig langfristig zu schlagen, ist daher so simpel wie logisch: Bleiben Sie einfach durchgängig investiert – und zwar in (am besten von uns) ausgewählten Papieren erstklassiger Unternehmen.
Denn wie unsere Favoriten immer wieder beweisen, entwickeln sich diese Aktien in jeder Börsenphase besser als der Markt. Und wenn andere jammern, weil der DAX den Rückwärtsgang einlegt, feiern Sie mal wieder die Outperformance Ihres Depots.
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Matthias Schrade