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Marseille-Kliniken AG: Auch wenn’s weh tut: Steigen Sie jetzt mit Verlust aus!

Analyst: Alexander Langhorst

 

 

Das Personal-Karussell beim Pflegeheimbetreiber dreht sich in den letzten Monaten immer schneller, was nicht gerade zu erhöhtem Vertrauen der Investoren beiträgt. Aber der Reihe nach: Im Juli wurde gemeldet, dass sich Großaktionär und Firmengründer Ulrich Marseille aus dem Vorstand zurückzieht und mit Wirkung zum 1.9. Stefan W. Herzberg, seit Anfang 2011 im Vorstand, die Position des Vorstandsvorsitzenden übernehmen wird.

 

Eine weitere Veränderung ergab sich im Aufsichtsrat. Hier wurde das bisherige Aufsichtsratsmitglied Thomas Middelhoff am 28.9. zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der Ex-Karstadt-Chef ist seit Dezember 2009 Mitglied des Aufsichtsrats bei Marseille-Kliniken.

 

Zuletzt haben sich die Ereignisse weiter beschleunigt. So wurde am 4.10. gemeldet, dass der seit 2010 amtierende Finanzvorstand im Rahmen einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung auf einstimmigen Beschluss des Kontrollgremiums hin aus wichtigem Grund wegen „grober Pflichtverletzungen“ mit sofortiger Wirkung von seinem Amt abberufen worden ist. Details sind nicht bekannt. Nachfolger als CFO wurde Michael Thanheiser, der künftig neben den Bereichen IT und Revision auch die Finanzen verantworten wird. Zuletzt war Thanheiser als Finanzvorstand bei KMG Kliniken tätig, einem der großen Wettbewerber von Marseille-Kliniken.

 

Nur wenige Tage später – am 11.10. – teilte das Unternehmen mit, dass der erst seit dem 1.9. als Vorstandsvorsitzender fungierende Stefan W. Herzberg mit sofortiger Wirkung sein Vorstandsmandat niederlegt und seinen Vorstandsvertrag kündigt. Hintergrund dieses Schritts war eine vorangegangene Abmahnung des Vorstandsvorsitzenden durch den Aufsichtsrat wegen Pflichtverletzung.

 

Wenngleich sich das Unternehmen in seinen Verlautbarungen zuversichtlich zeigte, dass die wirtschaftliche Gesundung des Konzerns planmäßig voranschreitet, sind die Querelen der vergangenen Wochen alles andere als geeignet, das ohnehin in Mitleidenschaft gezogene Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen. Trennen sich daher (auch mit Verlust!) von Ihren Marseille-Aktien, bis sich die „Staubwolken“ gelegt haben. Bis klar ist, um welche Pflichtverletzungen es sich handelt und welche Risiken daraus resultieren, bleiben Sie besser draußen.

 

 

Marseille-Kliniken AG, ISIN DE0007783003

Hoch/Tief 52 W.

Aktienzahl

Börsenwert

2,98/1,34 €

14.580.000

28,4 Mio. €

 

 

Empfehlung: VERKAUFEN

Kurs 17.10.2011

Potenzial

Risiko

1,95 €

n.a.

mittel/hoch