m-u-t AG: Wer m-u-t hat, muss die Zukunft nicht fürchten

Noch können die meisten Anleger nicht einschätzen, wie günstig der Messtechnikspezialist ist

 

Analyst: Alexander Langhorst

 

 

Um diese Frage gleich als erstes zu beantworten: Diese Aktie eignet sich keineswegs, wie der Name vielleicht vermuten ließe, nur für mutige Spekulanten. Denn hinter dem Kürzel „m-u-t“ verbirgt sich der Hinweis auf das betriebene operative Geschäft. Offizieller Name der Gesellschaft ist nämlich m-u-t AG Messgeräte für Medizin- und Umwelttechnik. Das Unternehmen ist in Wedel bei Hamburg ansässig und in den wichtigsten High-Tech-Märkten wie China, Europa sowie in Nordamerika mit eigenen Vertriebsbüros direkt im Markt präsent.

 

Konkret entwickelt und vertreibt m-u-t elektronische, optische und mechanische Sensoren. Diese ermöglichen ein sehr breites Einsatzspektrum: So liegen Anwendungsgebiete beispielsweise in der Medizintechnik und der Laborautomation, aber auch im Bereich der Brandfrüherkennung oder der Landwirtschaft.

 

 

Maßgeschneiderte Lösungen für viele Branchen

Auf der Basis optischer Messtechnik entwickelt m-u-t für seine Kunden maßgeschneiderte Lösungen sowie Serienprodukte. Diese werden von einer ganzen Reihe namhafter Großkunden wie beispielsweise Siemens oder der Bundeswehr abgenommen. Die Kernkompetenz des Unternehmens liegt in der Querschnittstechnologie Spektroskopie, welche die Bereiche Optik, Elektronik sowie ergänzende Technologien miteinander kombiniert.

 

Ausgehend von den vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist die Strukturierung in Geschäftsbereiche bei m-u-t nicht ganz einfach. Gemeinsam haben die zum Teil sehr unterschiedlichen Produkte letzten Endes nur, dass sie alle auf der Spektroskopie-Technologiebasis aufsetzen. m-u-t hat dazu drei Geschäftsfelder definiert; diese sind mit Spektroskopie/Sensorik, Laborautomation/Medizintechnik und Brandfrüherkennung/Aviation überschrieben.

 

Schon ein kurzer Blick auf die Produkte aus dem Hause m-u-t genügt, um Ihnen einen Einblick in das breite Anwendungsspektrum zu geben. In der Spektroskopie/Sensorik bietet m-u-t seinen Kunden Spektrometerlösungen, Lichtquellen für den gesamten Spektralbereich sowie das entsprechende Zubehör ebenso wie speziell auf die Anforderungen beim Kunden zugeschnittene Lösungen an.

 

Im Bereich der Laborautomation/Medizintechnik bilden Produkte für die Prä- und Postanalytik sowie zur Reinigung von Endoskopen den Schwerpunkt der Aktivitäten. Den dritten Bereich bildet die Brandfrüherkennung/Aviation. Hier hat m-u-t neben kamerabasierten Brandfrüherkennungssystemen auch Kraftstoff-Messsysteme im Angebot, welche den Füllstand sowie die Dichte überwachen und auch in der Luftfahrt zum Einsatz kommen.

 

 

Spektroskopiemarkt bietet erhebliches Potenzial

Neben dem dynamischen Wachstum in der Vergangenheit hat m-u-t hier auch für die Zukunft beste Aussichten. Das Marktforschungsinstitut BCC Research rechnet für den Fünfjahreszeitraum 2009 bis 2014 in allen adressierten Sektoren in den USA mit einem durchschnittlichen Marktwachstum von 6 Prozent und mehr. Eine ähnliche Tendenz wird auch für die ebenfalls wichtigen Märkte Asien und Europa erwartet, so dass sich die Branche auch weiterhin dynamisch entwickeln dürfte.

 

Neben der Nachfrage aus einer wachsenden Zahl von Branchen überzeugt die von m-u-t eingesetzte Technologie auch durch smarte und vor allem kostengünstige Verfahren. Daher profitieren die Norddeutschen davon, wenn gemeinsam mit einem Kunden entwickelte Produkte von diesem erfolgreich verkauft werden. Letztlich wächst die m-u-t AG so ohne aufwändigen eigenen Vertrieb auch in völlig neue Märkte hinein.

 

 

Mehrfach angehobene Prognosen übertroffen

Operativ lief es bei der m-u-t AG und ihren Tochtergesellschaften im vergangenen Geschäftsjahr ausgesprochen rund. Selbst die im Jahresverlauf vom Vorstand mehrfach angehobene Umsatzprognose von zuletzt über 30 Mio. Euro konnte auf Basis vorläufiger Zahlen mit einem erzielten Umsatzplus von 33 Prozent von 32,3 (Vj. 24,4) Mio. Euro nochmals deutlich übertroffen werden. Damit stellte m-u-t im letzten Jahr einmal mehr einen neuen Umsatzrekord auf.

 

Getragen wurde das Wachstum im abgelaufenen Geschäftsjahr insbesondere durch die sehr gute Entwicklung in Amerika mit einem Zuwachs um 140 Prozent auf 8,9 Mio. Euro. Ebenfalls erfreulich dynamisch entwickelte sich der Auftragsbestand: Zum Bilanzstichtag 31.12.2010 belief sich dieser auf 26,7 Mio. Euro. Das entspricht einem Anstieg um mehr als 53 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitpunkt.

 

 

Ergebnis dank Skaleneffekten wieder deutlich zurück ins Plus gedreht

Einen beeindruckenden Swing legte m-u-t auf der Ergebnisseite hin. Das deutlich gestiegene Geschäftsvolumen wirkte sich durch Skaleneffekte bei konstanten Personalkosten sehr positiv auf das Ergebnis aus. Auf Basis vorläufiger Zahlen erreichte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) in 2010 bemerkenswerte 4,0 Mio. Euro – ein Anstieg von 562 Prozent gegenüber dem um Sondereffekte bereinigten Vorjahreswert von 0,6 Mio. Euro.

 

Beim Konzernergebnis nach Anteilen Dritter dürfte sich nach unseren Berechnungen sogar ein Ergebnissprung um rund 6 Mio. Euro auf plus 1,5 (-4,2) Mio. Euro ergeben. Dies entspräche einem Gewinn je Aktie von etwa 0,35 Euro. Der Unterschied zum rechnerischen Nachsteuerergebnis von etwa 2,9 Mio. Euro ergibt sich aus den Anteilen Dritter zu Gunsten der Minderheitsgesellschafter bei den Tochterfirmen Avantes B.V. und tec5 AG. Bei letzterer hat m-u-t seinen Anteil zwischenzeitlich von 51 auf 95 Prozent aufgestockt.

 

 

EBIT im ersten Quartal um 60% gesteigert

Der Start ins laufende Geschäftsjahr verlief erneut sehr dynamisch, m-u-t profitierte hier von der anhaltend lebhaften Bestelltätigkeit der Kunden. Mit einem Volumen von 31,7 (18,5) Mio. Euro liegt der Auftragsbestand um 71 Prozent über dem Vorjahreswert. Nachdem der Umsatz „nur“ um 37 Prozent auf 10,1 (7,3) Mio. Euro stieg, hat sich der Auftragsbestand gegenüber dem Stand per Ende 2010 sogar noch weiter erhöht.

 

Wie schon im vergangenen Jahr schlugen die Erlössteigerungen stark auf das Ergebnis durch. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich daher erneut deutlich überproportional um fast 60 Prozent auf 1,3 (0,8) Mio. Euro.

 

Für das Gesamtjahr 2011 kommunizierte der Vorstand zuletzt offiziell ein Umsatzwachstum um mehr als 20 Prozent auf über 38 Mio. Euro sowie ein EBIT von 4,6 Mio. Euro. Im Rahmen der Entry & General Standard Konferenz in Frankfurt erwähnte er jedoch Analystenschätzungen, die eher in Richtung eines Wachstums von 40 Prozent gehen sollten.

 

 

KGV dürfte für 2011 auf rund 11 sinken

Wir halten angesichts der Q1-Zahlen und des prall gefüllten Orderbuchs einen Umsatz von mindestens 42 Mio. Euro für sehr wahrscheinlich. Damit sollte ein EBIT jenseits 5 Mio. Euro außer Frage stehen. Da die Beteiligung an der tec5 AG auf 95 Prozent aufgestockt worden ist, entfallen überdies Anteile Dritter, so dass der Jahresüberschuss noch stärker steigen dürfte. Wir rechnen daher mit einem Nettogewinn nach Minderheiten in Höhe von 2,7 Mio. Euro oder 0,62 Euro je Aktie. Das 2011er KGV beträgt damit aktuell gerade einmal 11.

 

Allerdings müssen wir einräumen, dass es selbst uns nicht leicht fällt, treffsichere Prognosen für m-u-t abzugeben. Denn zum einen sind die 2009er-Zahlen stark verzerrt, zum anderen wies m-u-t unterjährig nur das EBIT aus. Angaben zum Finanzergebnis, Steuerquote und vor allem den Minderheitenanteilen machten die Norddeutschen nicht. Insofern unterliegen sämtliche Schätzungen für uns ungewohnt großen Unsicherheiten. Endgültige Gewissheit bringen wird erst der Geschäftsbericht, der am 30.6. publiziert werden soll.

 

 

Nutzen Sie die (noch) bestehende Unsicherheit

Wir glauben, dass genau hierin auch die Chance für Sie liegt: Denn viele Investoren, die den „Zahlensalat“ nicht vollständig durchschauen, dürften die Aktie zwar auf der Watchlist haben – sind aber noch nicht engagiert. Sobald die endgültigen Zahlen dann vorliegen und belastbare Prognosen für 2011 ermöglichen, wird die krasse Unterbewertung der m-u-t AG offenkundig.

 

Diese Einschätzung wird auch durch den Kursverlauf der letzten 12 Monate untermauert, in denen die Aktie per Saldo nur seitwärts tendierte – trotz des positiven Börsenumfelds und sehr guter Zwischenberichte. Eine verbesserte Investor-Relations-Arbeit, etwa durch unterjährige Angaben zum Nettoergebnis, kann daher schnell deutliche Kurssprünge auslösen. Setzen Sie darauf, dass wir richtig gerechnet haben, und steigen Sie schon jetzt ein!

 

 

Kennzahlen

 

2009

2010e

2011e

Umsatz

24,4 Mio. €

32,3 Mio. €

42 Mio. €*

Nettoergebnis

-4,3 Mio. €

1,5 Mio. €*

2,7 Mio. €*

Erg./Aktie

-1,18 €

0,35 €*

0,62 €*

KGV

neg.

19,8*

11,2*

Dividende

0,00 €

0,00 €*

0,10 €*

Div.rendite

0,0%

0,0%*

1,4%*

*Quelle: Schätzung GSC Research

 

Nächste Hauptversammlung: Juli/August 2011

 

 

m-u-t AG, ISIN DE000A0MSN11

Hoch/Tief 52 W.

Aktienzahl

Börsenwert

7,34/3,00 €

4.350.000

30,2 Mio. €

 

 

Empfehlung: KAUFEN

Kurs 16.05.2011

Potenzial

Risiko

6,94 €

10,00 €

mittel