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HELMA Eigenheimbau AG: Setzen Sie doppelt auf Sachwerte!

Der Spezialist für den Bau von Einfamilienhäusern wird weiter deutlich zweistellig wachsen

 

Analyst: Matthias Wahler

 

 

Mitten in der Schuldenkrise ist offenbar in Vergessenheit geraten, dass nicht nur Gold und Immobilien, sondern auch Aktien Sachwerte sind, mit denen Anleger ihr Geld vor der drohenden Inflation schützen können. Am besten geeignet ist dafür natürlich ein Unternehmen, das von der zunehmenden Nachfrage nach der eigenen Immobilie profitiert. Und genau ein solches wollen wir Ihnen heute vorstellen.

 

Die HELMA Eigenheimbau AG plant und baut im Auftrag ihrer Kunden Einfamilienhäuser auf deren Grundstücken. In einem Rundum-Sorglos-Paket übernimmt HELMA dabei sämtliche Dienstleistungen bis hin zur Beauftragung der Handwerker und der Kunde hat nur einen Ansprechpartner. Bekannt ist HELMA in der Branche für die hohe Individualität. Der Kunde ist völlig frei in der Entscheidung, wie sein Haus letztlich aussehen soll.

 

 

Marktanteil steigt kontinuierlich

Seit der Gründung vor 31 Jahren hat das Unternehmen bereits mehr als 4.500 Häuser zur Zufriedenheit der Kunden errichtet. Diese Aussage klingt gewagt, finden Sie? Bei HELMA nicht. Sicherheit bringt dem Kunden ein spezieller Bauschutzbrief, der eine Vertragserfüllungsbürgschaft und eine Bauzeitgarantie umfasst. Außerdem überweist der Kunde die letzte Rate des Kaufpreises auf ein notarielles Treuhandkonto, auf das die Gesellschaft erst dann zugreifen kann, wenn das gesamte Projekt zur Zufriedenheit des Bauherren abgewickelt ist.

 

Bei der Hausübergabe bietet HELMA außerdem eine unabhängige TÜV-Prüfung an. Dass der Kunde auf einer Bauruine sitzen bleibt, ist also ausgeschlossen. Kein Wunder, dass das in Lehrte bei Hannover ansässige Unternehmen seine Marktstellung kontinuierlich verbessern kann. Im stark fragmentierten Neubaumarkt, in dem kein einziger Anbieter mehr als 3 Prozent des Volumens auf sich vereint, hat HELMA seinen Marktanteil in den letzten Jahren auf 0,72 Prozent verdoppelt – und die Marke von 1 Prozent fest im Visier.

 

 

Fokus auf nachhaltige Energiekonzepte

Zum Erfolg des Konzerns trägt auch bei, dass HELMA den Schwerpunkt schon seit einigen Jahren auf nachhaltige Energiekonzepte legt. Bereits 2006 stand das erste Passivhaus im Musterhauspark in Lehrte. 2007 folgte das Sonnenhaus, zwei Jahre später wurde das Angebot um das ecoSolar-Haus als preiswertere Alternative erweitert. Das aktuelle Highlight ist das EnergieAutarkeHaus. Dieses verfügt über eine Wohnfläche von rund 160 qm und ist bei einem Preis von 370 TEUR völlig unabhängig von einer externen Energieversorgung.

 

Kaum zu glauben, aber wahr: Das EnergieAutarkeHaus benötigt weder Gas- noch Stromanschluss, sondern produziert die Energie komplett selbst und speichert sie gegebenenfalls, bis sie benötigt wird. Es bietet also genau das, was sich der Bauherr in Zeiten ständig steigender Energiepreise wünscht. Wegen des deutlich höheren Preises entscheiden sich viele Kunden letztlich zwar doch für ein traditionelles Haus. Der Anteil der Immobilien mit nachhaltigem Energiekonzept macht nicht einmal 10 Prozent der Umsätze aus. Das große Medienecho brachte HELMA aber einen enormen Werbeeffekt.

 

 

In Deutschland und Luxemburg vertreten

Der zentrale Wachstumstreiber war für HELMA in den letzten Jahren die bundesweite Expansion mit der Ausweitung der Zahl der Musterhäuser. Inzwischen ist das Unternehmen mit insgesamt 38 Häusern in allen wichtigen Regionen präsent, eine maßgebliche Erweiterung ist nicht mehr vorgesehen.

 

Daneben verfügt HELMA über eine Tochtergesellschaft in Luxemburg, die bislang allerdings keine nennenswerte Rolle spielt. Da die Grundstücke in dem kleinen Nachbarland sehr teuer sind, hat das Engagement die Erwartungen bisher nicht erfüllt. Zuletzt gab es aber doch einige Fortschritte. Vor kurzem hat HELMA dort ein Grundstück erworben, auf dem nun erst einmal drei Einheiten errichtet werden sollen. Beim dortigen Preisniveau ergibt sich daraus ein Umsatzpotenzial von 1,75 Mio. Euro. Spätestens in 2012 soll die Luxemburger Tochter profitabel arbeiten.

 

 

Gewinnsprung von 0,2 auf 1,3 Mio. Euro

Nun aber zu den Finanzkennzahlen, die schon heute richtig gut aussehen. Nach einer in den Vorjahren noch eher verhaltenen Entwicklung zogen die Auftragseingänge in 2010 um 12 Prozent auf 97,6 Mio. Euro an und der Auftragsbestand schnellte sogar um 25 Prozent auf 87,7 Mio. Euro nach oben. Die hohe Diskrepanz resultiert aus dem harten Winter des vergangenen Jahres, in dem die Bestellungen nicht sofort abgearbeitet werden konnten. Die Umsätze daraus gehen aber nicht verloren, sondern kommen in diesem Jahr noch obendrauf.

 

Die Erlöse kletterten um 20 Prozent auf 74,5 Mio. Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erhöhte sich noch deutlich stärker auf 2,7 (Vj. 1,1) Mio. Euro, womit sich die Marge auf 3,7 (1,8) Prozent verbesserte. Gelungen ist dies vor allem durch die deutliche Ausweitung des Bauträgergeschäfts, dessen Anteil am Gesamtumsatz sich auf 21 Prozent verdoppelte. Der Jahresüberschuss sprang auf 1,3 (0,2) Mio. Euro nach oben, der Gewinn je Aktie erklomm 0,50 (0,07) Euro.

 

Im Gewinn- und Margensprung des abgelaufenen Jahres zeigen sich bereits erste Skaleneffekte des Geschäftsmodells. Diese werden in den nächsten Jahren noch weit stärker zum Tragen kommen.

 

 

Markenstarkes Bauträgergeschäft im Fokus

Im Bauträgergeschäft kauft HELMA erschlossene Grundstücke oder erschließt sie selbst und veräußert sie dann zusammen mit dem Haus an die Kunden. Dieses margenstarke Geschäft entwickelt sich sehr erfreulich und soll weiter ausgebaut werden.

 

Dazu wird auch die Anfang des Jahres gestartete HELMA Ferienimmobilien GmbH beitragen. Diese legt ihren Fokus auf Entwicklung, Planung und Vertrieb von Ferienhäusern und -wohnungen vornehmlich an der Nord- und Ostsee, die sich – Stichwort Inflationsangst – einer großen Beliebtheit erfreuen.

 

Zur Abrundung bietet HELMA über die Hausbau Finanz GmbH auch die Finanzierung der Immobilien an. Dieses Geschäft hat HELMA inklusive der Kunden vom insolventen Wettbewerber Kampa übernommen. Bereits in diesem Jahr wird die Tochter voraussichtlich mehr Gewinn abwerfen, als für die Vermögenswerte bezahlt wurde.

 

Inklusive der neuen Geschäftsfelder wird der Umsatz im laufenden Jahr der Planung nach auf über 100 Mio. Euro ansteigen. Mit Blick auf den hohen Auftragsbestand und die weiterhin positive Orderlage halten wir dieses Ziel auf jeden Fall für realistisch. Die Auftragseingänge notierten bereits nach sechs Monaten mit einem Plus von 9 Prozent bei 53,7 Mio. Euro. In 2012 sollten die Erlöse dann inklusive der Ferienimmobilien GmbH nochmals um 25 Prozent zulegen und 125 Mio. Euro erreichen. Parallel wird natürlich auch der Gewinn stark ansteigen.

 

 

Wachstumsfinanzierung gesichert

Auf Basis des EBIT geht die Planung für 2011 von einer Gewinnverdopplung auf 5,5 Mio. Euro aus. In 2012 ist ein weiterer Anstieg auf rund 7,5 Mio. Euro zu erwarten. Auf den Jahresüberschuss wird dies nicht voll durchschlagen. Im Juni hat der Vorstand nämlich zur Finanzierung des Wachstums eine Anleihe mit einem Volumen von 10 Mio. Euro und einem Kupon von 6,5 Prozent platziert, womit der Zinsaufwand etwas ansteigen wird. Dafür ist die Finanzierung aber langfristig gesichert.

 

Die Eigenkapitalquote wird sich dennoch nicht verschlechtern. Bereits zwei Monate zuvor hat HELMA nämlich eine Kapitalerhöhung platziert und 260.000 neue Anteile zu einem Preis von 10 Euro ausgegeben, womit dem Unternehmen 2,6 Mio. Euro an frischen Mitteln zuflossen. Die Eigenkapitalquote stabilisierte sich damit trotz der Anleiheplatzierung in der gewünschten Spanne von 28 bis 32 Prozent. Zugleich erhöhte sich der Freefloat, was sich positiv auf das Handelsvolumen an der Börse auswirkt.

 

 

Stark steigende Gewinne zu erwarten

HELMA ist also solide finanziert und generiert hohe und weiter steigende Gewinne. Nach dem jüngsten Rücksetzer ist die Aktie nun sehr attraktiv bewertet. Schließlich wird sich die Schuldenkrise auf das Geschäft nicht negativ, sondern wenn überhaupt eher positiv auswirken.

 

Mit dem verstärkten Fokus auf das Bauträgergeschäft, das zusätzliche Potenzial durch die neuen Geschäftsfelder und den absehbaren Sprung der Luxemburger Tochter in die Profitabilität sind in den kommenden Jahren deutlich steigende Umsätze und überproportionale Gewinnzuwächse zu erwarten. Mit einem KGV von 10 bei deutlich sinkender Tendenz hat die Aktie beste Aussichten, schon bald wieder neue Hochs zu markieren.

 

 

Kennzahlen

 

2009

2010

2011e

Umsatz

62,4 Mio. €

74,5 Mio. €

102 Mio. €*

Nettoergebnis

0,2 Mio. €

1,3 Mio. €

2,6 Mio. €*

Erg./Aktie

0,07 €

0,50 €

0,91 €*

KGV

130,1

18,2

10,0*

Dividende

0,00 €

0,00 €

0,30 €*

Div.rendite

0,0%

0,0%

3,3%*

*Quelle: Schätzung GSC Research

 

Nächste Hauptversammlung: Juli 2012

 

 

HELMA Eigenheimbau AG, ISIN DE000A0EQ578

Hoch/Tief 52 W.

Aktienzahl

Börsenwert

13,45/6,90 €

2.860.000

26,1 Mio. €

 

 

Empfehlung: KAUFEN

Kurs 15.08.2011

Potenzial

Risiko

9,11 €

13,00 €

gering/mittel