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Grammer AG: Notiert mit einem KGV von 5,6 und ein Drittel unter Buchwert

Analyst: Matthias Wahler

 

 

Bei vielen Firmen ist es derzeit regelrecht deprimierend, Updates zu schreiben. Das Geschäft brummt, das Ergebnis erreicht neue Rekorde – und dennoch geht die Aktie auf Talfahrt. In diese Kategorie fällt auch Grammer: Im ersten Halbjahr 2011 kletterte der Umsatz um 21 Prozent auf 537,5 Mio. Euro. Der Autozulieferer ist damit auf dem besten Weg, im Gesamtjahr die Marke von 1 Milliarde Euro zu knacken. Starkes Wachstum weisen vor allem Europa und Amerika auf, während der asiatische Raum nach den Sprüngen der Vorperioden einen Gang zurückgeschaltet hat. Das EBIT sprang sogar um 72 Prozent auf 25,8 Mio. Euro nach oben und die Marge erreichte im zweiten Quartal die Zielmarke von 5 Prozent.

 

Entsprechend hat der Vorstand die Guidance für 2011 mit einem Umsatzanstieg auf etwa 1 Milliarde Euro bei einer Marge von 4,4 Prozent bestätigt. Der Gewinn je Aktie soll mehr als 2 Euro erreichen. Somit beträgt das KGV beim aktuellen Aktienkurs von 11,13 Euro nur 5,6! Durch das gute Ergebnis und mit Unterstützung der Kapitalerhöhung, über die im April 1,05 Millionen Aktien zu 18,20 Euro platziert wurden, haben sich außerdem die Bilanzrelationen erheblich verbessert. Die Eigenmittel summieren sich nun auf fast 200 Mio. Euro und die Eigenkapitalquote beträgt immerhin 33 Prozent.

 

Einen Teil des Emissionserlöses nutzte der Vorstand Ende Juli für den Erwerb des Elektronik-Spezialisten EIA. Dieses Unternehmen produziert elektronische Lösungen für Offroad-Fahrzeuge, die in Armlehnen und Mittelkonsolen integriert werden. Künftig kann Grammer also integrierte Gesamtsitze als System liefern, was den Umsatz je Fahrzeug erhöht. Zudem stärkt die EIA, die bei Erlösen von rund 20 Mio. Euro eine bessere Rendite als Grammer erwirtschaftet, die Marge der Gruppe. Dieser Zukauf war also auf jeden Fall die richtige Entscheidung.

 

Es läuft also rund bei dem Automobilzulieferer – und bislang sind keinerlei Zeichen für eine Abschwächung des Geschäfts zu erkennen. Selbst wenn sich die Konjunktur eintrüben sollte, ist Grammer bestens darauf vorbereitet. Mit den im Zuge der letzten Krise initiierten Kostensenkungsmaßnahmen wurde der Break Even auf 750 Mio. Euro abgesenkt und dieses Niveau durch den verstärkten Einsatz von Leiharbeitskräften bis heute bewahrt.

 

Zudem meldete das Amberger Unternehmen vor wenigen Wochen eine Neuaufstellung der Konzernfinanzierung. Durch das neue Schuldscheindarlehen über 55 Mio. Euro konnten die bisherigen Vereinbarungen vorzeitig zu verbesserten Konditionen abgelöst werden. Grammer spart so ab 2012 über 1,5 Mio. Euro Zinsen pro Jahr. Wir werten diese neue Vereinbarung gerade im derzeitigen Umfeld als starken Vertrauensbeweis der finanzierenden Banken.

 

An der Börse verpufften aber all diese Meldungen wirkungslos. Vielleicht verkaufen einige Anleger ihre Grammer-Aktien, um die verbliebenen Gewinne zu sichern? Das macht natürlich überhaupt keinen Sinn. Auch Sie sitzen ja trotz der Kursrückgänge der letzten Wochen noch auf einem schönen Plus von fast 70 Prozent. Nur deshalb die Position aufzulösen, wäre aber völlig falsch.

 

Denn aktuell notiert die Aktie ein Drittel unter dem Buchwert. Bei einer Marktkapitalisierung von 130 Mio. Euro ist Grammer für ein Achtel des Umsatzes zu haben. Das erinnert sehr an die Situation vor zwei Jahren, als wir Ihnen die Aktie bei 6,66 Euro wärmstens empfohlen haben. Halten Sie an Ihrem Engagement daher unbedingt fest!

 

 

Grammer AG, ISIN DE0005895403

Hoch/Tief 52 W.

Aktienzahl

Börsenwert

20,89/10,65 €

11.544.674

128,5 Mio. €

 

 

Empfehlung: KAUFEN

Kurs 12.09.2011

Potenzial

Risiko

11,13 €

17,00 €

gering