Ahlers AG: Stattliche 7,4% Dividendenrendite
Der führende Anbieter von Herrenmode wächst durch seine Premium-Marken und im Retailgeschäft
Analyst: Alexander Langhorst
Als langjährige Leser kennen Sie die Ahlers AG vor allem aus unseren Dividenden-Hitlisten. Auch aktuell weist die Aktie wieder eine hohe Rendite auf. Das Unternehmen gehört zu den größten europäischen Modeherstellern mit dem Schwerpunkt auf Herrenmode. In diesem Geschäft ist Ahlers international tätig und verfügt über zwei eigene Produktionsstandorte in Polen sowie in Sri Lanka.
Gliederung in drei Segmente
Das Produktportfolio der Ahlers AG gliedert sich in die drei Segmente „Premium Brands“, „Jeans & Workwear“ sowie „Men’s & Sportswear“. Mit seiner Aufstellung deckt Ahlers alle Preissegmente im Markengeschäft für Männermode ab und bietet dem Handel mit den verschiedenen Labels interessante Lifestyle-Marken und Produktspezialitäten für das Sortiment an.
Der Bereich Premium Brands umfasst die Marken Baldessarini, Otto Kern sowie Pierre Cardin. Zum Segment Jeans & Workwear zählt die Marke Pioneer. Im Bereich Men’s & Sportswear ist Ahlers mit den Marken Gin Tonic sowie Jupiter unterwegs. Seit Beginn des laufenden Geschäftsjahres betreibt Ahlers bei Jupiter nur noch das Geschäft mit Jacken selbst. Der Hemden-Bereich wurde in ein Joint-Venture mit der Hatico Mode GmbH eingebracht und wird daher im Rechenwerk unter den nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen.
Ausbau des Premium-Segments im Fokus
Seit einigen Jahren setzt Ahlers strategisch auf einen Ausbau des Premium-Segments. Hier sind die Umbauarbeiten bei den Marken Baldessarini und zuletzt auch Otto Kern weitgehend abgeschlossen. Beide Labels haben auf den Wachstumskurs zurückgefunden. Aktuell erfolgt die Erweiterung des Labels Pierre Cardin um eine Damenkollektion, da es zunehmend schwierig ist, Einzelhandel mit reinen Herrenkollektionen zu betreiben. Wird ein gewisser Anteil an Damenmode mit angeboten, verbessert dies die Frequenz. Denn wenn ein Paar gemeinsam einkaufen geht, schaut es nicht nur nach Bekleidung für den Herrn, sondern kauft oft auch ausgewählte Artikel aus dem Sortiment für den Damenbereich.
Für die Herbst-/Winterkollektion ließ Ahlers von einem eigens angeheuerten erfahrenen Team für das Label Pierre Cardin eine flächentaugliche Damenkollektion entwickeln, welche acht Liefertermine pro Jahr umfasst und ein feminines und zugleich modernes Design für Damen ab 35 bietet. Schwerpunkt der Kollektion sind zu 60 bis 70 Prozent Hosen und Jeans, weil dies eine der Kernkompetenzen von Ahlers auch im Herrenbereich darstellt. Mit der Kollektion ist es möglich, etwa 20 Quadratmeter Handelsfläche zu bestücken und damit die Attraktivität der Marke noch weiter zu steigern. Mittelfristig will Ahlers mit der Damenkollektion jährliche Umsatzerlöse im Bereich von 10 Mio. Euro erzielen.
Neben der Erweiterung um die Damenkollektion bietet auch der kontinuierliche Ausbau des Lizenzgeschäfts zusätzliches Potenzial. Vergebene Lizenzen umfassen unter anderem Damen-Jeans und Bodywear von Otto Kern, Schmuck von Baldessarini sowie verschiedene Lizenzen für Parfüms.
Retailgeschäft als zweite Wachstumsschiene
Neben dem Ausbau der Premiummarken generiert Ahlers durch den Ausbau des Retailgeschäfts weiteres Wachstum. Hier planen die Ostwestfalen die Eröffnung von jährlich 5 bis 10 eigenen Stores. Jüngst hat sich Ahlers auf diesem Gebiet auch personell verstärkt und mit Angelika Firnrohr einen erfahrenen Bereichsvorstand gewonnen. Frau Firnrohr begleitete zuvor über 15 Jahre den erfolgreichen Ausbau der nationalen und internationalen Retailaktivitäten bei Gerry Weber an verantwortlicher Stelle mit.
Im laufenden Jahr wurden bereits ein Baldessarini-Shop in München sowie zwei Gin Tonic-Shops in München und Frauenfeld (Schweiz) eröffnet. Aktuell steht die Eröffnung von jeweils ein bis zwei Läden je Marke an beispielhaften Standorten im Fokus. Damit will Ahlers in der angestrebten Ziellage der jeweiligen Marke die Resonanz testen und daraus Rückschlüsse für die weitere Expansion ziehen. Ebenfalls in der Testphase befinden sich für den osteuropäischen Markt sogenannte MultiBrand-Stores. Eröffnet wurde ein solcher bereits im litauischen Vilnius und ein weiterer im polnischen Torun. Neben der Eröffnung eigener und Partner-Stores wird auch die Verbesserung des Flächenmanagements stetig weiter vorangetrieben.
Die Bemühungen sind durchaus erfolgreich. So verbesserte sich der Retailumsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 13,2 Prozent. Damit erreichte das Retailgeschäft einen Anteil von 8,7 (Vj. 8,2) Prozent am Gesamtumsatz. Flächenbereinigt entspricht dies einem Wachstum um 4 Prozent.
Präsenz im Internet wird gezielt ausgebaut
Neben dem klassischen Retailgeschäft betreibt Ahlers für die Marke Gin Tonic bereits seit dem Jahr 2010 einen Onlineshop. Aktuell wird auch für Otto Kern ein Onlineshop gestartet, Baldessarini soll in 2012 folgen. Durch die Präsenz von Ahlers-Marken in eigenen Onlineshops und auf diversen Mehrmarkenplattformen soll vor allem die Sichtbarkeit der Brands im Markt verbessert werden.
Mit dem bisherigen Verlauf der Aktivitäten zeigte sich der Vorstand auf der Analystenkonferenz durchaus zufrieden. Angesichts dieser noch vergleichsweise jungen Vertriebswege kommt es hier allerdings noch nicht zu signifikanten Umsatz- und Ergebnisbeiträgen.
Gute Zahlen in den ersten drei Quartalen
Die vor wenigen Tagen vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres 2010/11 (bis 30.11.) zeigen, dass die Strategie der Ostwestfalen aufgeht. Bei den fortgeführten Aktivitäten (ohne Jupiter-Hemden) ergab sich ein Umsatzanstieg um 10,7 Prozent auf 197,2 (Vj. 178,1) Mio. Euro.
Besonders positiv werten wir, dass alle Marken in den Bereichen Premium und Jeans & Workwear mit zweistelligen Zuwachsraten aufwarten konnten. Der Bereich Premium Brands wuchs um 14,2 Prozent auf 111,6 (97,7) Mio. Euro. Das Segmentergebnis vor Sondereffekten verbesserte sich auf 10,7 (8,5) Mio. Euro. Bei Jeans & Workwear legten die Umsatzerlöse um 12 Prozent auf 53,2 (47,4) Mio. Euro zu. Beim Segmentergebnis machte sich vor allem die verstärkte Fernost-Fertigung bemerkbar und führte zu einem Anstieg auf 7,4 (5,6) Mio. Euro.
Etwas schwächer gestaltete sich hingegen die Entwicklung im dritten Segment Men's & Sportswear. Zwar kam der Umsatzrückgang auf 33,1 (41,1) Mio. Euro im Wesentlichen durch den Wegfall der Jupiter-Hemden zustande. Bereinigt um diesen Effekt war aber ebenfalls ein Minus von 1,8 Prozent zu verzeichnen, das vor allem aus dem witterungsbedingt schwachen Jacken-Geschäft bei Jupiter im Frühjahr resultierte.
Damit konnte Ahlers das operative Ergebnis (EBITDA) in den ersten neun Monaten insgesamt um 21 Prozent auf 21,3 (17,6) Mio. Euro steigern. Beim Vorsteuerergebnis ergab sich eine Verbesserung auf 16,7 (11,6) Mio. Euro. Unter dem Strich weist Ahlers ein Konzernergebnis von 11,6 (7,5) Mio. Euro aus. Dies entspricht einem Gewinn von 0,86 (0,57) Euro je Aktie.
Bilanziell ist die Gesellschaft mit einer Eigenkapitalquote von 57,3 (58,5) Prozent weiterhin ausgesprochen solide unterwegs. Die leichte Verringerung gegenüber dem Vorjahr resultierte aus dem höheren Working Capital, das neben dem allgemeinen Wachstum des Geschäfts auch gewissen Lieferschwierigkeiten aus Fernost zu Beginn des Jahres geschuldet ist. In den kommenden Monaten ist aber mit einer Verringerung zu rechnen, so dass sich das Working Capital künftig wieder analog zum Umsatz entwickeln dürfte.
Wachstum sollte weiter anhalten
Auch wenn das warme Wetter im September alles andere als verkaufsförderlich für die Herbst- und Winterware war, rechnen wir für das Gesamtjahr 2010/11 mit einer positiven Entwicklung bei Umsatz und Ergebnis. Die vorsichtige Guidance des Vorstands dürfte klar übertroffen werden. Wenn die verbleibenden Wochen des Geschäftsjahres planmäßig verlaufen und die witterungsbedingte Nachfrageflaute aus dem September noch teilweise aufgeholt werden kann, halten wir ein Ergebnis je Aktie von 0,92 Euro für erreichbar.
Auf Basis dieser Prognose wird die Ahlers-Vorzugsaktie aktuell mit einem KGV von 10,3 bewertet. Die Dividende wird nach unserer Einschätzung auf 0,70 Euro erhöht werden. Dies würde eine Dividendenrendite von satten 7,4 Prozent bedeuten. Und im kommenden Jahr rechnen wir mit weiteren Zuwächsen! Angesichts der guten Perspektiven in Verbindung mit stattlichen Ausschüttungen ist Ahlers für konservative Anleger derzeit erste Wahl.
Kennzahlen
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|
2008/09 |
2009/10 |
2010/11e |
|
Umsatz |
249,4 Mio. € |
250,8 Mio. € |
275 Mio. €* |
|
Nettoergebnis |
4,8 Mio. € |
8,5 Mio. € |
12,4 Mio. €* |
|
Erg./Aktie |
0,33 € |
0,62 € |
0,92 €* |
|
KGV |
28,8 |
15,3 |
10,3* |
|
Dividende |
0,35 € |
0,60 € |
0,70 €* |
|
Div.rendite |
3,7% |
6,3% |
7,4%* |
*Quelle: Schätzung GSC Research
Nächste Hauptversammlung: 03.05.2012
Ahlers AG Vz, ISIN DE0005009732
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Hoch/Tief 52 W. |
Aktienzahl |
Börsenwert |
|
11,00/8,41 € |
13.681.520 |
130,5 Mio. € |
Empfehlung: KAUFEN
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Kurs 17.10.2011 |
Potenzial |
Risiko |
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9,50 € |
12,50 € |
gering |